Hüpfen Header

Hüpfspiele 2.0

Hüpfen Kreise

Mitten in den Sommerferien wurden die Straßenspiele auf dem Alten Postplatz aufgepeppt. In fröhlichen Farben laden Kästchen und Linien jetzt wieder Groß und Klein zum Hüpfen und Balancieren ein.

Das Wundertütentütenteam sieht sich dabei als Geburtshelfer der Hüpfspiele, schließlich kamen die Anregungen zu einer Verschönerung des Postplatzes bei einem Stadtspaziergang mit Baubürgermeisterin Birgit Priebe und einer Handvoll Kinder im Sommer 2013 – nachzulesen in der ersten „Waiblinger Wundertüte“.

Ein Dozent der Kunstschule hat sich bereits vor zwei Jahren an die erste Umsetzung gemacht, nun wurde erfreulicherweise aufgefrischt und nachgebessert.

Hüpfen

Unterschriftenlisten gegen die Gartenschaupläne

Einige der Remstalgartenschau-Ideen der Stadt Waiblingen sind einfach überflüssig, schaffen keinen Mehrwert, sind nicht nachhaltig und verschlechtern die heutigen Gegebenheiten. Nicht zuletzt werden 5,5 Mio. € öffentliche Mittel förmlich in den Remssand gesetzt.

 

Der Widerstand wächst und der NABU macht mobil.

 

Hier kann man eine Unterschriftenliste runterladen und selber aktiv werden!

Kommen Sie mit Freunden, Nachbarn und Kollegen ins Gespräch, sammeln Sie Unterschriften gegen die unsinnigen und überflüssigen Gartenschau-Pläne:

 

  • 3 Basaltstein-Kuben am Remsufer –  Eine teure Idee (500 000.- €) ohne Mehrwert. Das Baumaterial Basalt muss von weit her transportiert werden. Ein Bezug zum Remstal und der Landschaft durch solche Fremdkörper ergibt sich nicht. Für die versprochene Aussicht von den Kuben auf die Waiblinger Altstadt müssten immer wieder Ufergehölze fallen. Die Plätze laden vielmehr ein zu Saufgelagen mit anschließender Vermüllung.
  • Grünes Klassenzimmer statt Beweidungsprojekt. – Durch den Umbau der heute noch beweideten Fläche und eine Dammöffnung für einen weiteren Remsdurchfluss wird jedes Hochwasser diese Fläche direkt betreffen,  Sand wird abgelagert und spontan wachsen Gehölze auf. Nicht umsonst hat man früher auf eine Wasserführung in diesem Bereich verzichtet. Diese Fläche soll nun gleichzeitig als grünes Klassenzimmer angelegt werden. Das ginge nur mit ständigen, sehr aufwendigen und teuren Pflegemaßnahmen. Die dann nicht mehr durch die Beweidung freigehaltene und beruhigte Fläche wäre nicht nur für viele Tiere und Pflanzen dauerhaft verloren, auch das Beweidungsprojekt – ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal von WN – ist damit aus Mangel an Fläche  dem Untergang geweiht.
  • Kunstlichtung –  Die letzte größere zusammenhängende  Talwiese mit Weitblick auf die Stadt-Silhouette möchte man mit über 200 Silberweiden – Hochstämmbäumen, angeordnet zu einer künstlichen Lichtung, vollpflanzen. Hier ist eine Planeridee ohne Bezug zum Landschaftserlebnis und zur biologischen Wirklichkeit entwickelt worden.

Auf die bisher von Herrn OB Hesky zitierte Talauen-Präambel (Stärkung des Naturschutzes) legt die Stadt anscheinend offenbar gar keinen Wert mehr.

Der NABU macht mobil für die Stärkung des Naturschutzes und  gegen die Verhunzung unserer Talaue und sinnlose Geldverschwendung! Wir unterstützen ihn dabei.

Machen Sie mit!

Wir wollen unsere Waiblinger Talaue naturbelassen als Erlebnisraum erhalten!
Wir wollen keine unnötige Möblierung und Inzenierung unserer Waiblinger Talaue!
Wir wollen Freiräume erhalten und wirkliches Naturerlebnis fördern!

 

 

 

Von der ökologischen Idee ist wenig geblieben

Gartenschau im Remstal
Von Annette Clauss
Dieser Artikel ist in der Stuttgarter Zeitung am  1. August 2016 erschienen.

Die Remstal-Gartenschau 2019 sollte eine ökologische werden. Tatsächlich aber belasten nach Ansicht des Naturschützers Manfred Steinmetz viele der Projekte die letzten Refugien von Mensch und Tier.

Manfred Steinmetz an der Erleninsel in Waiblingen, wo die Remsterrassen für die Remstal-Gartenschau entstehen sollen. Foto: Gottfried Stoppel
Manfred Steinmetz an der Erleninsel in Waiblingen, wo die Remsterrassen für die Remstal-Gartenschau entstehen sollen.
Foto: Gottfried Stoppel

Rems-Murr-Kreis – Die Rems ökologisch aufzuwerten war einst ein Grundgedanke der Remstal-Gartenschau. Davon ist inzwischen kaum noch die Rede. Der Naturschützer Manfred Steinmetz beklagt, viele Kommunen ignorierten die Vorgaben des Naturschutzes.

Herr Steinmetz – sind Sie ein Gegner von Gartenschauen?
Nein, ich habe kein Problem mit einer Gartenschau, auch nicht mit einer auf interkommunaler Ebene, die natürlich anders ablaufen muss, als eine in einer einzelnen Kommune mit einem Zaun drumherum.
Was stört Sie an der Remstal-Gartenschau?
Das Konzept. Die bisherigen Gartenschauen lagen im Siedlungsbereich. Das Ziel war immer Nachhaltigkeit, damit auch nach Ende der Gartenschau etwas Positives für die Bürger übrig bleibt. Defizite im innerstädtischen Bereich sollten beseitigt werden, beispielsweise indem man Grünanlagen anlegte oder sanierte und so zumindest eine kleine grüne Lunge zurück bleibt, wenn alles vorbei ist. Jetzt, bei der Gartenschau mit 16 Kommunen, geht man raus „in die Natur“ und belastet die letzten Refugien von Mensch und Tier mit Events, „Leuchtturmprojekten von landesweiter Ausstrahlungskraft“ und „Paukenschlägen“. Da darf man schon die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, städtische Belastungen und Zumutungen in die Erholungsräume zu übertragen anstatt deren Qualitäten aufzunehmen und sensibel zu entwickeln.
Die Rems sollte besser erlebbar werden…
Eine gute Idee, doch was bedeutet das konkret? Man hat die Rems als verbindendes Element der 16 Kommunen gewählt, also muss an der Rems nun auch etwas laufen. So ist es immer noch politischer Wille, auf der Rems Kanuverkehr zu etablieren. Dazu braucht es Ein- und Ausstiegsstellen samt Zufahrtswegen, Bootsumtragestrecken an Wehren, Rastplätze, und vor allem auch einen gewissen Wasserstand – und der ist an vielen Stellen nicht vorhanden. Andererseits schränken Uferbiotope, Naturschutzgebiete sowie Artenschutzvorgaben die Befahrung ein. Bevor man also solche Aktivitäten propagiert und dafür Fördermittel bereitstellt, sollte man sich ihrer Realisierung sicher sein. Wir vom Landesnaturschutzverband (LNV) haben Vertreter des Deutschen Kanuverbandes eingeladen und um eine Einschätzung gebeten. Das Urteil lautete: Kaum geeignet wegen langer, nicht befahrbarer Strecken und wegen des Kanalcharakters nicht attraktiv.
Eigentlich war es doch ein Ziel, die Rems ökologisch aufzuwerten. Es war von der Durchgängigkeit der Rems die Rede . . .
. . .die man lieber als Durchgängigkeit für den Bootsverkehr interpretiert. Denn vom ursprünglichen Ziel ist fast nichts übrig geblieben, obwohl die ökologische Durchgängigkeit ein sinnvolles Projekt wäre für die Lebewesen im Fluss. Zwar soll bei Winterbach eine Renaturierung stattfinden, doch sie ist nicht dem Gedanken der Gewässerökologie geschuldet, sondern mangels Retentionsraum den Bauwünschen der Gemeinde. Wenn man die Rems aufwerten will, muss man den Kanal beseitigen, Platz schaffen, indem man die Deiche rückverlegt und beispielsweise Laichplätze für Fische schaffen. Aber das geht nicht im Zuge einer Gartenschau, das braucht eine längere Planung. Man muss dazu ja Grundstücke ankaufen und nicht zuletzt den Hochwasserschutz berücksichtigen.
Wie gehen die Kommunen mit dem Thema Naturschutz um?
Dazu fällt mir Folgendes ein: Mir ist 2013 bei einem Besuch auf der Tourismus-Messe CMT aufgefallen, dass im Rahmen der Veranstaltung RemsTotal, welche die interkommunale Gartenschau ja vorbereiten soll, auch eine „Pedelec-Tour mit Busbegleitung durch ein romantisches Naturschutzgebiet“ angeboten wurde. Dies konnte nur das Gebiet „Unteres Remstal“ zwischen Waiblingen und Remseck sein. Ich habe die Veranstalter angerufen und darauf hingewiesen, dass man in einem Naturschutzgebiet nicht einfach Massenveranstaltungen abhalten kann. Dort ist man aus allen Wolken gefallen: Offenbar hatte keine der 16 Kommunen es für nötig empfunden, die Projektleiterin auf mögliche Restriktionen aufmerksam zu machen.
Sie kritisieren, dass auch die Naturschutzverbände nur ungenügend und zu spät über die Gartenschau-Pläne informiert werden.
Es ist häufig so, dass amtlicher und privater Natur- und Landschaftsschutz vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Dem Landratsamt etwa müssten schon jetzt Realisierungsanträge vorliegen, denn botanische oder artenschutzrelevante Untersuchungen benötigen oft eine ganze Vegetationsperiode, und dann könnte es knapp werden für die Umsetzungsmaßnahmen, die ja spätestens Ende 2018 fertig sein sollten.
Was ist da von Anfang an schiefgelaufen?
Der Verband Region Stuttgart hat Fluss-Masterpläne aufgestellt – aus solch einem wurde die Idee der Remstal-Gartenschau entwickelt. Dann wurden im Windhundverfahren Finanzmittel ohne irgendwelche Auflagen zur Verfügung gestellt. Die Gemeinden haben sofort Projekte entwickelt und natürlich zugegriffen, ohne sich um naturschutzrechtliche Vorgaben zu kümmern. Inzwischen gibt es eine Remstal-Gartenschau-Gesellschaft. Sie informiert uns vom LNV zwar ab und zu, nachdem wir darauf gedrängt haben, aber sie weist jegliche inhaltliche Verantwortung für Projekte von sich und sagt, die Kommunen seien zuständig. Die verweisen auf den Gemeinderat und dessen Beschlüsse. Wenn man nachhakt, etwa beim Thema Wassersport, heißt es: Das machen die Vereine. Unter dem Strich läuft es so, dass jeder sagt, der andere sei zuständig. Am Ende bleibt es an den Kleinen hängen, die baden es jetzt aus.
Mit Kritik an der Remstal-Gartenschau macht man sich nicht gerade beliebt. ..
Aber die Kommunen wissen doch, wo ihre schützenswerten Flächen sind! Doch da wird lustig drauflos geplant, jede Gemeinde plant andere naturbelastende Highlights, und wenn aus den Projekten nichts wird, dann ist der Naturschutz der Böse.
Von manchem hat man sich ja verabschiedet.
Ja, das Naturschutzgebiet Unteres Remstal, ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und Europäisches Vogelschutzgebiet, ist für den Wassersport nun hoffentlich tabu: Auf dem Wasser Kanufahrer, links und rechts davon Radfahrer und Fußgänger – wo bliebe da die Ausweichmöglichkeit für Eisvogel, Gänsesänger und andere seltene Vögel?
Nennen Sie doch bitte ein Projekt, das in Ihren Augen keinen Sinn macht?
Nehmen wir die stillgelegte Kläranlage im Weidachtal bei Fellbach-Oeffingen, die in einem Landschaftsschutzgebiet und beliebten Naherholungsgebiet liegt – übrigens weit entfernt vom Remstal. Die Anlage in diesem Waldtälchen hätte man abreißen und renaturieren können, das wäre ein nachhaltiges Erholungsprojekt in Siedlungsnähe gewesen. Schließlich sind die Kommunen einst angetreten, eine ökologische Gartenschau zu machen. Stattdessen werden die völlig maroden Bauten knallrot angestrichen und es soll Klang- und figürliche Kunstinstallationen „an diesem verwunschen Ort“ (Projektzitat) geben. Eine Ausstellung soll überdies zeigen, wie schön das Tälchen ohne die früheren Eingriffe war. In meinen Augen ist das Geldverschwendung; für einen Bruchteil der Mittel hätte man das Ganze naturnah und erholungsfreundlich aufwerten können.
Was halten Sie vom Waiblinger Projekt einer „Kunstlichtung“, bei dem rund 250 Bäume auf eine Wiesenfläche gepflanzt werden?
Diese Wiese hat eine eigene landschaftliche Qualität, man erlebt förmlich beim Heraustreten die befreiende Weite der Talaue. Wer die Wiese zupflanzen will, hat den Genius Loci nicht erfasst. Das ist ein Phänomen, das ich bei der Gartenschauplanung fast überall vermisse: Die sensible Entwicklung aus dem Bestand heraus und eine offensive Beteiligung der Bürger an ihrer künftigen Natur- und Kulturlandschaft.
Was würden Sie stattdessen vorschlagen?
Die Wiese würde so zertrampelt und zerstört. Aus naturschutzfachlicher Sicht entspricht sie vielleicht noch nicht ganz einer jener wertvollen, immer seltener werdenden blumenbunten mageren Flachland-Mähwiesen, aber durch ein geschicktes Mahdregime könnte man sie dahingehend entwickeln und sicher weiter aufwerten. Je blütenreicher die Wiese, desto mehr Insekten finden sich ein, die wiederum zu mehr Vögeln führen. Solch eine Wirkungskette kann man doch darstellen auf Tafeln und so die Gartenschaubesucher darauf hinweisen, was dort alles wächst und blüht, kreucht und fleucht.
Gibt es Projekte, die Sie gut finden?
Natürlich. Remseck hat nach einem anfangs rücksichtslosen Auftreten unter neuer weiblicher Leitung in Bürgerveranstaltungen einfühlsame Projekte erarbeitet. Auch Urbach hat sich vom Skywalk im Naturschutzgebiet „Bergsturz am Kirchsteig“ verabschiedet und gemeinsam haben wir eine Stelle für eine die Landschaft weniger belastende Aussichtsplattform, und zwar im Naturschutzgebiet, gefunden. Auch das geplante Haus der Umwelt im ehemaligen Bundeswehr-Depot bei Eselshalden ist ein sinnvolles Projekt, allerdings liegt es weit ab, man muss mit dem Auto hin und das ist nicht ideal. Viele Projekte sind gut gemeint, aber nicht wirklich alltagstauglich.

Der Rucksack, oder: Mehr Mut zum Wegschauen

(gis). Montagmorgen, kurz nach zehn, Marktgasse. Als erstes in die Volksbank-Zweigstelle, Überweisungen einwerfen. Klappe zu, Knete weg- da registrierst du aus dem Augenwinkel genau in der Ecke des Ablagebrett über dem Einwurfschlitz – einen Rucksack. Du drehst Dich rüber zum Terminal, Geld rauslassen. Und hältst jäh inne. Drehst dich zurück. Ein Rucksack? Ein Rucksack!!!!! Schwarz, ein bisschen zerdetscht, herrenlos. Dein Kopfkino läuft Amok: Gleich geht er hoch. Von selber? „Kontrolliert gesprengt?“ Oder hat einer das Teil bloß kurz vergessen mit den Einkäufen vom dm? Ist da eine Bombe drin oder Zahnpasta? Die Gedanken rasen. Polizei anrufen, sofort. Aber wenn die dann kommt in Dreierreihen mit Tatütata- und es ist bloß Zahnpasta. Wie peinlich. Ja bist du denn jetzt total paranoid? Waiblingen ist nicht München oder Paris – oder doch Würzburg und Ansbach? Hilfe, was tun! Still ruht der Rucksack. Und du fasst einen Entschluss. Mehr Mut zum Wegschauen! Du hebst Geld ab, steckst es in die Börse, drehst dich ganz cool um und marschierst aus der Tür. Kein Blick zurück. Jetzt bloß schnell die Treppe rauf und ab ins Weite. Feigling!! Und Du fasst noch einen Entschluss: Wenn schon, denn schon, mitgehangen, mitgefangen. Du schlenderst also obergechillt rüber in den Naturgut und kaufst ein. Mit klammen Gliedern, total relaxt. Draußen knallt’s. Bloß ein Mofa auf der Weingärtner Vorstadt. Irgendwann bist du raus hier, zuckst auf dem Heimweg bei jedem lauten Geräusch zusammen. Schutt und Asche hinter Deinem Rücken. So ein Quatsch! Pfeifend packst du daheim Deine Einkäufe in den Kühlschrank. Tolles Gefühl: nochmal davongekommen. Oder bist Du bloß wahlweise durchgeknallt, gewissenlos, katastrophensüchtig, nicht von dieser Welt im Juli anno 2016? Es hätte doch genausogut…
Also, morgen guggst Du auf jeden Fall nochmal dort vorbei. Und wenn der Rucksack immer noch steht, in ihn rein. Wollen doch mal sehen! Keine Ahnung, wie lange so ein Zeitzünder durchhält und wie man den überhaupt entschärft. Aber das soll dann die Polizei erledigen. Oder einfach den Rucksack zum Fundbüro bringen. Damit alles seine Ordnung hat. Irgendwer vermisst ihn vielleicht. Und du bist raus aus der Geschichte.

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Waiblingen zum Wohlfühlen

Ein Spaziergang durch Altstadt und Talaue. Grün bis ans Herz hinan.

von Jürgen Blocher
„Der Domplatz in Florenz ist mir nichts dagegen“. Soweit wie Hermann Hesse auf seiner Nagold-Brücke in Calw willst Du nicht gehen.

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Aber der Platz beim Herbergsbrunnen mit dem feingliedrigen Fachwerk als Hintergrund, der südlich anmutende Marktplatz mit seinen Straßencafés, die Fluchten unter dem Alten Rathaus oder der Blick in Hinterhöfe, ja die ganze Anlage der Altstadt mit ihren engen Gassen, die sich immer wieder zu kleinen Plätzen weiten – das alles macht die Stadt zur Heimat, eingebettet ins Remstal und dank Talaue grün bis ans Herz hinan. Wo gibt es das sonst noch! Waiblingen zum Wohlfühlen. 2

Allerdings: Die Vermarktung der Stadt kratzt bedenklich an ihrem Charme. Der jüngste Akt naht: die Remstalgartenschau 2019.
Die Stadt, genauer Stadtverwaltung samt Gemeinderat, macht es einem nicht leicht. Ohne Werbeschilder ist offenbar kein Geschäft mehr zu machen, und die „Events“ – wie ausuferndes und kommerzialisiertes Altstadtfest samt Staufer-Spektakel mit Folterkammer, wie „Waiblingen leuchtet“, das vom kulturell geprägten Abend zum grellen Remmidemmi verkommen ist, wie jüngst die Heimattage mit Heino als Vorsänger – sie sind kein nachhaltiger Segen für die Läden in der Stadt, wie leere Schaufenster, Smartphone-Shops, Nagelstudios und Discount- und andere Friseure an jeder Ecke zeigen.

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Was für ein Vergnügen! Du hast dich heute für einen Spaziergang durch die Talaue entschieden statt im Schmidener Feld mit dem Fellbacher Besinnungsweg – solange er noch nicht von einer Autobahn durchschnitten wird. Grün bis ans Herz hinan: frohen Schrittes zum Bädertörle hinaus auf die große Erleninsel, die heute am späten Morgen hie und da schon als Liegewiese genutzt wird. Das Rehberger-Kunstwerk grüßt knallfarben herüber, eine Sonnenuhr, deren Zeitangaben du bisher nicht zu lesen vermochtest.

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Die Rems unter der von Fritz Leonhardt, dem Fernsehturm-Erbauer, entworfenen eleganten Bogenbrücke zieht träge dahin und lässt nicht ahnen, dass sie bei Hochwasser zum reißenden Strom werden kann. Frischwärts: Der marmorne Altin-Brunnen vor dem Bürgerzentrum hat Kinder zum Bade geladenen, auch die Mutter lässt sich Füße kühlen.
An den von Festen geschundenen Brühlwiesen vorbei – wie durch ein Wunder hat der Grastisch von den Landeskunstwochen 1995 überlebt – geht’s du die Rems entlang, überquerst auf einem Aluminiumblech-Steg, der jeden Gestaltungswillen vermissen lässt, den als Fischaufstieg geschaffenen Nebenarm der Rems.

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An flachen Stellen am Ufer wird er zum Spielen am Wasser genutzt. Höchst attraktiver Anziehungspunkt aber ist der Spielplatz an der Rems. Ahoi mit dem Schiff in neue Länder! Wasser marsch! Irgendein Spielgerät dient offenbar als Pumpe, die aus einem anderen in hohem Bogen Wasser spritzen lässt Das reißt mit den Kindern auch die Väter mit.
Jetzt unterquerst du an der Flutbrücke die mehrspurige Alte Bundesstraße und wirst an vergangenes Hochwasser erinnert: Die Rems führt bei diesen immer häufiger auftretenden „Ereignissen“ jede Menge Schlamm und Sand mit sich, die auf der flachen Unterführung abgelagert werden. Zwar ist dies kein fruchtbarer Nilschlamm, aber da und dort regt sich draus in der Trockenzone unter der Brücke doch erfreuliches Pflanzenleben – ein Fingerzeig, wie totes Land unter Straßenbrücken gestaltet werden könnte.

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Rechter Hand erstreckt sich ein Biotop, ein kleiner Urwald schon. Dahinten vermischt sich irgendwo der magersüchtige Kätzenbach mit dem verschlungen angelegten Rems-Nebenarm. Dann die unerwartete Attraktion in der Talaue: Kein noch so teures Kunstwerk kann den zottligen Schottischen Hochlandrindern mit ihren langen, gefährlich aussehenden Hörnern den Rang ablaufen. Keine Angst, sie haben ihre Ruhe weg und sind mit Wiederkäuen beschäftigt.
Bleib jetzt mal stehen, am Birkenhain, wo sich der Weg zum Talauesee vom Remsuferweg scheidet! Hier weitet sich nicht allein der Blick in die großzügig angelegte Talaue – auch die Seele kann ihre Flügel ausbreiten. Sacht wogt das lange Gras der mit Blumen durchsetzten Futterwiese.

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Dieses Jahr hat auch hier der Storchnabel, eine Geranium-Art, die Oberhand. In anderen Jahren konnten es auch mal Margeriten sein. Wo gibt es das sonst noch: Landwirtschaftlich genutzte Wiesen mitten in der Stadt, während in der freien Flur Mais mit Kunstdünger hochgetrieben wird.
Linker Hand kommt der Talauesee in Sicht.

Eine Tafel am Boden weist auf die ökologische Schutzzone hin. Richtung Seeplatz wird der See dann zugänglich, eine frisch gemähte Liegewiese hat den ersten Sonnenbeter angelockt.

5Still ruht der See, wahrhaftig. Schwimmende Seerosenfelder erinnern an Claude Monets Garten in Giverny. Enten tauchen nach zartem Grün. Keine Schwäne mehr, leider. Sie sind erfolgreich vertrieben worden. Ein Hinweis darauf, wie sensibel die kleine Seenlandschaft ist.

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Da drüben sieht du die skulpturalen Steinbänke von Paul Bradley – ein wunderbarer Ort für eine Lesung oder einen kleines Streichkonzert. Allerdings kannst du dich nicht daran erinnern, dass seit der Einweihung im Jahr 2000 jemals dergleichen stattgefunden hätte. Wohl aber an ein lauschiges Sommerabendfest mit der städtischen Galerie.

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Was ist denn hier passiert? Eine panzerfeste Brücke aus Beton in Bunkerstärke anstelle der naturnahen Holzbrücke auf dem Weg zur Kneippanlage. Letztere, vom Kneippverein gepflegt, wird an diesem heißen Tag eifrig genutzt. Nun wieder zurück Richtung Rundsporthalle. Vom Seeplatz aus führt ein von einer Doppelreihe Apfelbäume begleiteter Weg mittendurch, entlang eines früheren Remsarms. Hüben und drüben die Futterwiesen, Lichtungen könnte man auch sagen.
„Kapelle für einen sterbenden Baum“ hat Helmut Stromsky seinen Beitrag zur den Landeskunstwochen unter dem Thema „Kultur natürlich“ anno 1995 genannt. Der sterbende Baum heute überlebt, ebenso das Kunstwerk. Zu sehen ist es allerdings – sommers nicht mehr. Die Stadt lässt den Kunstwerken von damals keine Pflege angedeihen. Auch gibt s keinen beschilderten Kunstpfad zu dem Reminiszenzen der wunderbaren Landeskunstwochen.
Der überdachte Luisensteg kommt in Sicht. Mit leichtem Bogen überspannt er die Rems, Brücke und Unterstand bei Regen zugleich – ein Werk des damals Waiblinger Brückenbauers Professor Jörg Peter. Wieder entlang der Rems gehst du weiter. Die hohen Pappeln, ohne die die Rems in Waiblingen nicht denkbar ist, spenden etwas Schatten. Jenseits kommt die Rudergesellschaft ins Blickfeld. Am Anlegesteg warten Drachenboote auf Trainingsbegeisterte.
Auf dem Lande beginnt jetzt eine landschaftliche Durststrecke: der Parkplatz für Rundsporthalle und Freibad, großenteils eine Wüste gleichend. Aber es kommt noch schlimmer: Das Areal unter der B14-Brücke, die unüberseh- und -hörbar über Rems und Talaue führt, wird als Erd-Lager- und –Umschlagplatz genutzt.

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Du hast die Schlagworte zur Remstal-Gartenschau 2019 im Ohr: „Das Ziel dieses innovativen Projektes liegt in der nachhaltigen Aufwertung eines Lebensraumes für Natur und Mensch.“ Oder, wie es OB Hesky zu der Präsentation im Oktober 2015 als Ziele formuliert hat: Stärkung des Naturschutzes; Behutsame Entwicklung der Kulturlandschaft, Attraktivierung des Remstals als Erholungsgebiet. Jetzt fragst du dich: Braucht es dazu eine Gartenschau für möglichst viele auswärtiger Besucher? Sind wir Waiblinger es nicht wert, heute schon ohne Wüsteneien zu leben? Die feine Ironie der Waiblinger Stadtplaner: Just an der Bundesstraßenbrücke, wo dringend etwas „aufgewertet“ werden müsste, da enden die Gartenschaupläne. Ernst kann es den Stadtoberen – Verwaltung und Gemeinderat – nicht sein mit dem „Lebensraum für Mensch und Natur“.

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Talaue: Der Widerstand wächst

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sind nicht einverstanden mit dem „Gartenschau-Wahn“ von Stadt und Gemeinderat  /  Nabu macht mobil gegen  „Möblierung und Eventisierung“.

Waiblingen (gb) – Kritik an den Gartenschauplänen? An  Kuben und Kunstlichtung? Gibt’s  nicht wirklich und wenn,  dann ist sie mittlerweile verstummt. _  So offenbar die Lesart im Rathaus und im Gemeinderat. Doch jetzt formiert sich Widerstand: Allein in den ersten zwei Stunden hat der Naturschutzbund Waiblingen (NABU) am Samstag an seinem Infostand auf dem Marktplatz über 200 Unterschriften gegen den von oben verordneten „Gartenschau-Wahn“ gesammelt.  Es war,  als habe man ein Ventil geöffnet: Immer mehr Waiblingerinnen und Waiblinger wollen die Ruhe und Naturnähe ihrer ökologisch bestens austarierten Rems-Landschaft offenbar nicht opfern zugunsten einer „Möblierung und Eventisierung“, die so gar nicht in eine Zeit passe,  die eher  Nachhaltigkeit und Entschleunigung  brauche.

Es wurde viel diskutiert am NABU-Stand. “Die Brühlwiesen haben sie schon kaputt-gefeiert“, ätzt ein älterer Herr  und eine amtierende Stadträtin muss sich belehren lassen, dass am Talauensee tatsächlich ein weiterer Spielplatz vorgesehen ist: „Des muss mir nausganga sei“. Man habe im Gremium doch immer gesagt, „am Talauensee passiert nichts“. Anhand städtischer Pläne und Zeichnungen erläutern Nabu-Chef Bruno Lorinser, Landschaftsplanerin Inge Maass und zwei Autorinnen der Buchreihe „Waiblinger Wundertüte“ neugierigen Marktbesuchern, was zum Preis von rund 3,5 Millonen Euro bis zum  Gartenschau-Termin 2019 allein zwischen Hallenbad und Rundsporthalle so alles passiert. „Hirnrissig“, befindet eine junge Frau. Warum drei schwarze Basalt-Kuben an Remsgestaden zum Zwecke schönerer „Sichtachsen“ auf die Stadt und ihre Türme? „Weil die Planer grad bundesweit auf sowas abfahren“, merkt Bruno Lorinser an. Zeitgeistiger  Schnickschnack, siehe auch den „Skywalk“ in Kernen, „teuer und unnötig“. Und auf den Kuben, prognostiziert ein passionierter Remsweg-Radler, „lungern dann nachts die Besoffenen rum- rund um den Talauensee ist’s ja jetzt schon dauernd versaut“.

Aber warum fällt das alles den Leuten erst jetzt auf? Es gab doch vorab die vielbeschworene sogenannte Bürgerbeteiligung? „Eine Farce“,  sagt ein Ehepaar,  das vergangenes Jahr dabei war. Ideen abgefragt – und Tschüss. Bürgerbeteiligung geht anders. Inge Maass, die selbst einmal die Berliner Bundesgartenschau mitgeplant hat, warnt vor einer „jahrelangen Baustellen mit vielen Erdbewegungen“.  Einer der drei Beweidungsplätze für die geliebten Hochlandrinder zum Beispiel wird flachgelegt für ein sogenanntes grünes Klassenzimmer der Christoph-Sonntag-Stiftung. Die Fachleute haben wasserrechtliche Bedenken wegen Hochwassergefahr. Diverse Stellungnahmen aus dem zuständigen Landratsamt stehen aus –  weil die städtischen Ideen, aber keine Pläne, erst seit wenigen Tagen dort vorliegen. Manches könnte auch noch aus rechtlichen Gründen kippen – wenn nicht, wäre laut Bruno Lorinser das Beweidungsprojekt gestorben – zu wenig Platz für die Tiere, dazu konzeptionell unorganisiert.

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Vor Ort angeschaut haben sich das am Samstagnachmittag  gut 50 Mitgänger beim alternativen Talauenspaziergang. Lorinser nennt die Umgestaltung des Wohnmobil-Standplatzes „vernünftig“. Die Sichtterrasse an der Erleninsel „auch okay“.  Ab und an auch mal barfuß in die Rems tauchen, also die Ufer zugänglicher machen -prima.

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Der weite Blick über die Wiese

Aber eine Kunstlichtung auf der freien Fläche zwischen See und Rundsporthalle? 220 Silberweiden, von unten erstmal drei Meter hoch ausgeastet, sollen einen Kreis um eine Lichtung bilden,  die bespielt werden kann –  erstmal im Wechsel von blauen Tulpen und rosa Nelken? Kopfschütteln allenthalben. Mit dem Geld- allein 560 000 Euro- könnte man Besseres tun. Aber was? Gibt’s denn etwas, das aus NABU-Sicht zum „Alleinstellungsmerkmal“  einer Waiblinger Gartenschau werden könnte?  Aber ja: „Sich auf die Tiere konzentrieren“, sagt Inge Maass.

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Eisvogel in der Talaue, Foto: Fred Jencio

Tatsächlich fliegt ein Eisvogel vorbei, mittlerweile  gar nicht so selten an der Rems, ein Graureiher spaziert auf Mäusefang über die zukünfitge Lichtung, es gibt Eulen hier und Fledermäuse –  und einen Weißstorch. Eine Spaziergängerin hat ihn vor zwei Wochen gesichtet. Genau auf der zukünftigen Kunstlichtung. Das war’s dann wohl? Soll er bleiben, müsste man ihm eine Wohnstatt anbieten und seinen Kumpels gleich mit – was für ein Attraktion! Ein Alleinstellungsmerkmal im ganzen Remstal!

Bruno Lorinser zitiert Punkt 1 der Talauen-Präambel von Stadtchef Hesky: „Stärkung des Naturschutzes“ steht da. – „Thema verfehlt“, konstatiert Lorinser. Mehr Biodiversität – Fehlanzeige! Die Leute stehen jetzt  um ihn rum und fragen nach weiteren Unterschriftenlisten zum Mitnehmen. Sie kennen alle noch viel mehr Menschen,  die unbedingt unterschreiben wollen.

Wer macht mit beim Lebensmittel-Retten?

Nachdem sich in der vergangengen Woche einige Interessierte in Sachen „Foodsharing“ getroffen haben, starte ich hier den Versuch, weitere Menschen zu finden, die sich aktiv dafür einsetzen wollen, dass weniger Lebensmittel auf dem Müll landen.

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Mit 5-10 Aktiven müsste eine Foodsharing-Gruppe aktiv und einsatzfähig sein. Unsere Aktionen haben mehrere Zielrichtungen: Einerseits geht es darum, Geschäfte anzusprechen, ob bei ihnen regelmäßig Lebensmittel aussortiert und weggeworfen werden. Hier kann man als verbindlicher Foodsaver aktiv werden und die Waren nach Absprache abholen und weiterzugeben. Dazu ist es nötig, ein Quiz auf der Foodsharing-Seite zu lösen, um zu zeigen, dass alle wichtigen Informationen bekannt sind. Einfach anmelden und am Quiz teilnehmen! (www.foodsharing.de >
Des weiteren wollen wir versuchen, in Waiblingen einen „Fairteiler“ aufzubauen. Das ist ein Schrank oder ein Regal, in dem gerettete Lebensmittel zur Abholung bereit liegen. Der Fairteiler muss natürlich regelmäßig befüllt und gepflegt werden. Außerdem gibt es festgelegte Regeln, was angeboten werden darf.
Hier sind wir auf der Suche nach geeigneten Standorten und Betreuern.
Wer sich vorstellen kann, in Sachen Lebensmittel-Retten aktiv zu werden, wendet sich am besten mit einer Mail an:

Michael Neumann
rems-murr-kreis@lebensmittelretten.de

Aber auch in kleinem Rahmen kann man sich an der Foodsharing-Idee beteiligen.

Unter https://foodsharing.de/essenskoerbe/find/
finden sich die eingestellten Essenskörbe.
Wer sich auf der Foodsharing-Plattform anmeldet, kann auch selber seine Waren einstellen.