Leikam erfährt späte Ehrung in Waiblingen

Der Gemeinderat der Stadt Wailblingen hat entschieden, dass im künftigen Wohngebiet auf dem ehemaligen Krankenhausgelände eine Straße nach Alfred Leikam benannt werden wird.
„Eine gute und würdige Ergänzung“, findet Oberbürgermeister Andreas Hesky.

Der Ort erscheint passend, da auf dem Gelände neben Wohnbebauung und einem Neubau des Kreisjungedamtes auch das neue zentrale Gundbuchamt seinen Platz finden wird. Leikam war als Notar in Waiblingen tätig, bevor er nach Schwäbisch Hall umzog.

Was nun mit der nach dem umstrittenen Grunbacher Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinkel benannten Straße geschieht, wird in einer anderen Diskussion zu klären sein. Ursprünglich war geplant, die Ernst-Heinkel-Straße in Waiblingen-Neustadt in Alfred-Leikam-Straße umzubenennen. Ein Vorschlag, der durchaus nicht überall auf Gegenliebe gestoßen war.

Iris Förster

Advertisements

Lausige Sache: Vom „Baumfrevel“ zum Bäumchen wechsle dich…

Es bleibt aber kugelig in der unteren Schmidener Straße

von Gisela Benkert

Erboste mail an waiblingenblog.com: „Baumfrevel in der unteren Schmidener Straße – die bildschönen Kugelbäume sind weg“.  – Nur noch Löcher und kleine Stahlgerüste drumrum kündeten tagelang traurig davon, dass die ohnehin grünarme Innenstadt schon wieder um drei Augen- und Vogelweiden ärmer geworden ist. Mittlerweile sind die städtischen Pflanzlöcher wieder gefüllt, ein paar karge Ästlein strecken sich in den Frühlingshimmel…na ja, wenn sie groß sind, sollen mal stadtbildverschönernde Steppenkirschenbäume draus werden. Aber warum dieses jähe Bäumchen wechsle dich? Was ist da passiert?

Werner Boßler, Chef des Waiblinger Grünflächenamtes, berichtet von „Problemen seit einigen Jahren“. So hübsch die immerhin vor 30 Jahren im Zuge der Fußgängerzone gepflanzten Kugelcatalpa auch ausschauten – sie waren immer wieder total verlaust. Blattläuse lagen als klebriger, schwarzer Belag auf den Blättern, Schildläuse setzten sich in die Spalten der Rinde und machten den Baum von unten kaputt.

Die Folgen: massive Nachbarschaftsklagen wegen verklebter Gehwege, immer wieder Entlausungsaktionen mit schwerem Sprühgerät, bereits sichtbare Kronenschäden – und schließlich die Erkenntnis beim städtischen Obergrünen: „Mir krieget die Viecher ned weg“. Also mussten gleich die ganzen Bäume dranglauben. Eine Chance kriegt jetzt die Steppenkirsche, Prunus fruticosa globosa. Die wird auch mal obenrum kugelig, hat aber kleinere Blätter und ist, so Werner Boßler, „hoffentlich ned so anfällig“.

Prunus fruticosa, Neuzugang in Waiblingens öffentlichem Blätterwald, gilt als langsam wachsend, soll aber auch mal um die vier Meter hoch werden mit sattem Kugelkopf. Kirschen wachsen auch drauf, kleine, nicht giftig, aber auch nicht schmackhaft. Die Blüten, rühmen Gärtner, seien für Insekten sehr wertvoll, der Baum an sich gilt als anspruchslos und für innerstädtisches Klima bestens geeignet. Hoffentlich sehen Laus und Co das nicht auch so. Und wenn der Mensch mit Baum und Laus gar nicht mehr klar kommt, kann er als ultima ratio immer noch Plastikbäume pflanzen.

Baumfällaktion für Stihl-Neubau beim Beinsteiner Tor

Einige Bäume wurden in den vergangenen Wochen auch fürs neue Verwaltungsgebäude der Stihl-Stiftung neben Galerie und Kunstschule an Remsgestaden gefällt. „Es ist uns aber gelungen, eine große Linde und eine große Pappel zu erhalten“, so Werner Boßler, „bei solchen Umgestaltungen hebsch halt ned älles“.

23. März 2015