Erstes Weinstädter Repair-Café Zur Nachahmung empfohlen – bald ist es so weit!

von Iris Förster

Seit wenigen Minuten sind die Türen des Kurt-Dobler-Saals geöffnet, schon kommen die ersten Interessenten – oder sollte man sie lieber als Patienten bezeichnen? Eine ältere Dame trägt einen defekten CD-Player unter dem Arm. Der Schlitten zieht nicht mehr ein. Jemand anders bringt eine defekte Wärmeplatte. Offensichtlich hat sich das Angebot herumgesprochen, dass hier defekte Gegenstände unter fachkundiger Anleitung repariert werden können.

Ich selber will mir auch ein Bild machen vom ersten Repair-Café, das die Weinstädter KLiK-Gruppe auf die Beine gestellt hat und habe zu diesem Zweck meine defekte Sprudel-Maschine eingepackt. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen? Bei mir steht sie nutzlos in der Ecke und wir sind bei der Getränkeauswahl notgedrungen auf ungesprudeltes Leitungswasser umgestiegen.

Am Eingang unterschreibt man einen Haftungsausschluss. Damit werden die Reparierenden von der Haftung durch Schäden aus der Reparatur befreit. Ohne Unterschrift keine Reparatur.

Außerdem wird ein Begleitzettel angelegt, der den Organisatoren nach dem Café einen Überblick über die erfolgten Reparaturen ermöglichen soll.

Und dann liegt meine Sprudelmaschine auf dem OP-Tisch und wird von Walter und Martin in ihre Einzelteile zerlegt.

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Meine Sprudelmaschine im OP.

Derweil werden an den Nebentischen Elektroreparaturen angeboten, ein PC-Tisch steht unter anderem für Reparaturrecherchen zur Verfügung und eine Nähmaschine ist aufgebaut, an der Christine fleißig kleinere Ausbesserungsarbeiten ausführt. Ein wenig Upcycling steht auch auf dem Programm, denn ein ärmelloses T-Shirt wird zu einer Einkaufstasche umgearbeitet.

Vor dem Saal ist im Freien eine mobile kleine Fahrradwerkstatt installiert, wer mit dem Fahrrad zum Reparatur-Café kommt, erhält gleich einen kostenlosen kleinen Drahtesel-Check.

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Die mobile Fahrradwerkstatt.

Und auch fürs kulinarische Angebot ist mit Kaffee und Kuchen bestens gesorgt. Gegen Spende kann man sich am reichhaltigen Büffet bedienen.

Alexander Harm, Chef-Organisator des Repair-Cafés ist beeindruckt: Auf einen Zeitungsaufruf hin haben sich innerhalb kürzester Zeit 15 Menschen gemeldet, die ihre Fähigkeiten und Kenntnisse beim Repair-Café mit einbringen wollen. Da sind IT-Spezialisten ebenso wie Elektrotechniker, Mechaniker und leidenschaftliche Bastler und Tüftler im Boot. Genauso wie KuchenspenderInnen und Ehrenamtliche, die sich bei der Organisation einbringen wollen. „Wir waren sehr überrascht, dass so viele Leute mitmachen wollen“, berichtet er. „Wir werden die Idee weiterführen und in Zukunft an jedem 2. Samstag in den ungeraden Monaten ein Repair-Café veranstalten. Nächster Termin zum Vormerken: 1. August 2015.

Während des dreistündigen Repair-Cafés sieht man zufriedene Gesichter allerorten. Eine gelungene Reparatur macht den Kunden und den Reparateur gleichermaßen glücklich. Beim CD-Player war übrigens nur ein Gummiband von der Laufrolle gerutscht und meine Sprudelmaschine sprudelt wieder wie am ersten Tag. Prost!

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Groß und Klein arbeiten zusammen und können voneinander lernen.

Ich bin überzeugt von der Idee und werde sie sogleich in der von Oberbürgermeister Hesky eingerichteten Ideenbörse einspeisen. Wäre doch schön, wenn man ein solches Repair-Café auch in Wailbingen auf die Beine stellen könnte!

 

Nachtrag:
Am 17. Oktober 2015 findet das erste Repair-Café in Waiblingen im Familienzentrum KARO statt. Es wird von der Familienbildungsstätte veranstaltet.

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